FICHE DU LIVRE D'OCCASION
Type de document : Livres Catégorie 39 : SUISSE Langue : XX
Titre du livre : Glacier Express ST.MORITZ-ZERMATT
Die Traumreise im langsamsten Schnellzug der Welt
Auteurs : Rübesamen Ander Editeur : BERG Année : 01/01/1996
ISBN : 3-7634-1100-3 Code-barre :
Format du livre : 22,5 x 16,5 cm Poids : Tarif postal :
Prix neuf : 0.00
Description du livre : Livre en Allemand, avec photographies en couleurs
Sommaire du livre : Extrait !
Weltberuhmt durch Wintersport
Womit fangt man an in Sankt Moritz? Mit dem schiefen Turm? Mit der dreitausend Jahre alten Badequelle, an der schon die Ureinwohner und Gaste von auswarts Heilung gesucht haben? Oder ist wieder ein Superlativ fallig: »Das beruhmteste Dorf der Welt«? An dem habe ich freilich meine
Zweifel. Lourdes und Oberammergau
hatten da mindestens ebenso gute Chancen. Auch wurde ich den Ort mit seinen vier Funf-Sterne-Hotels -Zurich hat ubrigens auch vier -nicht mehr als Dorf bezeichnen wollen. Doch man sali es sich nicht unnötig schwermachen. Fangen wir also an mit dem, der Sankt Moritz zu einer Welt-beruhmtheit unserer Zeit gemacht hat: mit
dem Wintersport.
Im Winter 1984/85 ist hier ein werbe-trachtiges Jubilaum inszeniert worden: >,100 Jahre Cresta Run -100 Jahre Winter-
sport in der Schweiz«. Doch das eigentliche Geburtsjahr des Wintersports, und nicht nur in der Schweiz, liegt noch langer
zuruck. Bis 1864 war Sankt Moritz nur eine Sommerfrische gewesen, wie bereits man-cher andere Ort in den Alpen. Damals hatte der ehrbare Gastwirt Johann Badrutt eine Idee und riskierte eine kostspielige Wette, um seine englischen Sommergaste auch in den Glanz und die Warme der Engadiner Wintersonne zu locken: Er stiftete ihnen freien Aufenthalt in seinem Haus von Weihnachten bis Ostern, wenn ihnen der Winter im Engadin nicht vi el besser gefiele als der Sommer in London. Halb schnee-blind kamen die Briten Anfang Januar in Sankt Moritz an, we iI sie im weihnacht-lichen London begreiflicherweise nicht
daran gedacht hatten, ihre Sonnenbrillen
einzupacken. Badrutt empfing sie hemds-armelig vor seinem Haus. Und damit war das Schicksal des Engadins entschieden. Im Winter darauf strömten bereits uber hun-dert Inselbewohner der Sonne von Sankt Moritz entgegen. Die Rechnung des schlauen Wirts war glanzend aufgegangen.
Auch weiterhin hat Sankt Moritz sich als, wenn man so sagen darf, kreatives Pflaster in Sachen Wintersport erwiesen. Im Jahr 1880 grundeten die Briten einen Curling-Club und trugen das erste Curling-Match auf kontinentalem Boden aus. 1884 lieí:len sie eine kunstliche Schlittenbahn anlegen, den beruhmt-beruchtigten Cresta-Run. Dem Cresta-Club -mit Sitz in London -anzugehören, ist noch heute eine der höch-sten gesellschaftlichen Auszeichnungen, deren »Mann« teilhaftig werden kann. (Frauen sind auch in der Bahn nicht zuge-lassen, da man diese fur zu gefahrlich halt.) Um 1890 wurde die Urform des Bobschlit-tens in Sankt Moritz entwickelt. Und 1895 haben eifrige Hupfer einen Schneehiigel zusammengeschaufelt, um die erste Ski-
springkonkurrenz auszutragen. Angesichts
der bis zu funfzehn Meter weiten Spriinge stiegen zahlreichen Zuschauern, wie ein Augenzeuge berichtete, »die Haare zu Berge«.
Um die Jahrhundertwende hatte das sportliche und gesellschaftliche Leben von Sankt Moritz, nach wie vor unter Fuhrung der Briten, einen Höhepunkt erreicht, der alles in den Schatten stellte, was sich damals sonst noch in den Alpen tat. Die traditio-nelle Fuhrungsrolle hat der Ort bis zum heutigen Tag fest im Griff behalten. Wenn er sich mit dem stolzen Pradikat schmiickt:
»Weltweit die Nummer eins im Winter-sport«, dann ist das nicht der flotte Spruch
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